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Die Gspusi vom Zeus

Ein Blick auf die Verwandlung, das Leid, die Schwäche und die Stärke des Kontinents.

Der Göttervater hatte sich in einen Stier verwandelt und nahm Europa, die unbeschwert am Strand gespielt hatte, auf die Hörner. Er trug sie ins Meer und ließ sie zurück an einem Felsen auf Kreta. Gewaltsam geliebt und einsam zurückgelassen zerbrach Europa im Inneren zu tausend Stücken, die sich untereinander bekriegten. Visionen der Gewalt ergriffen das Mädchen und allmählich verstand sie, Wut zu beherrschen, sich selbst zu sammeln in den Scherben. Mit dem Mosaik des Friedens formte sie aus scharfen Splittern ästhetische Gemenge. Als die Scherben nicht mehr zueinander passten, fiel Europa in Raserei, sie wurde so wütend, dass sie das Werk zerschlug. Immer wieder aufs Neue arbeitete Europa fortan am Mosaik und tatsächlich, die pittoresken Flächen, die sie vollendete, wurden vor jeder Wut ein Stück größer.

2016: Junge und Ältere fühlen, die Verwirrung innerhalb Europas löst sich. Städte und Nationen haben sich vor 70 und 25 Jahren zu einem weiten Land gefügt, das Frieden und Ruhe finden kann. Doch Europa ist noch nicht geheilt, die Therapie noch nicht vollkommen. Ein letztes Mal droht ihr der Rückfall. Seit langer Zeit fühlt sie sich in einer seelischen Krise und manchmal scheint es, als habe Europas Krise auch uns persönlich schon erfasst, unseren Mut zum Unbeschwerten geraubt.

Nun nehmen wir uns gemeinsam an der Hand, verbinden uns mit, vereinigen uns zu Europa und heilen sie in der letzten schweren Stunde. Durch die Sendung führt Leo Palm.

Sendezeit

Donnerstag, 15-17 Uhr, alle 4 Wochen.